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Das Ö1 Wirtschaftsmagazin
Montag, 19.11.2018, 13:00 Uhr
Vitus BERING (getauft am 21./31. 8. 1681 in Horsens,† 8. 12. 1741 auf der Beringinsel) war ein dänischer Seeoffizier, der 1703 in der neu geschaffenen russischen Flotte des Zaren Peter I. anheuerte.
Er ließ sich in Russland nieder und gründete eine Familie.
Peter der Große sucht einen fähigen Mann, der in die bis dahin unbekannten Weiten Sibiriens vorstoßen sollte. Seine Wahl fiel auf BERING, den er 1724 zum Leiter einer Expedition berief, die erkunden sollte, ob es eine Nordost−Passage oder eine Landverbindung zwischen Sibirien und dem nordamerikanischen Kontinent gab.

1725 bricht BERING zur russischen Halbinsel Kamtschatka auf.
Nach zwei Jahren erreicht die Expedition Ochotsk. Von dort aus reist BERING per Schiff weiter nach Kamtschatka.
Auf der Halbinsel wird dann das eigentliche Expeditionsschiff gebaut, mit dem BERING und seine Männer im Sommer 1728 nordwärts segeln.
Die Expedition entdeckt keine Landbrücke zwischen Asien und Amerika. Daraus folgert BERING, dass Asien und Amerika zwei voneinander getrennte Kontinente sein müssen, zwischen denen es auch keine Nordost−Passage geben kann.

Trotz aller Angriffe und Zweifel war BERING jetzt der bekannteste Forscher Russlands. Einem solchen Mann vertraute man auch die Leitung einer zweiten Kamtschatka−Expedition (1733 - 1743) an, die alle bis dahin bekannten Dimensionen von Forschungsreisen sprengte.
Sage und schreibe 10 000 Männer nahmen an dieser Expedition teil, die – aufgeteilt in einzelne Teilexpeditionen – die nördlichen Küsten Sibiriens und des Pazifiks vermessen und die riesige sibirische Landfläche naturwissenschaftlich untersuchen soll.
Ferner war geplant, Schiffe nach Amerika und Japan zu entsenden.

Zunächst wurde Sibirien erforscht. Aber 1741 konnte BERING von Petropawlowsk auf Kamtschatka, das er selbst 1740 gegründet hatte, mit zwei Schiffen in Richtung Südosten lossegeln.
Er hielt Kurs bis zum 46. Breitengrad, weil dort das sagenumwobene Gamaland mit Straßen aus Gold vermutet wurde.
BERING und Tschirikow, der Kapitän des zweiten Schiffes, bewiesen jedoch, dass die Insel nur in der Phantasie von Seefahrern existierte.

Nun änderte man den Kurs auf Nordost, um Amerika zu erreichen. Die Schiffe verloren sich im Nebel.
BERING traf mit seiner "St. Peter" am 14. Juli 1741 auf Land. Er hatte Alaska gefunden, wo sich die Expedition einen Monat aufhielt und die amerikanische Westküste kartierte.
Danach trat man die Rückreise nach Kamtschatka an, da der arktische Herbst bereits mit starken Stürmen hereingebrochen war und BERING auf keinen Fall in Alaska überwintern wolte.

Er muss rund 200 Kilometer östlich von Kamtschatka auf einer Insel, die heute seinen Namen trägt, notankern. Dort stirbt er am 8. Dezember 1741.
Auch die Hälfte seiner Männer kommt ums Leben. Nur 46 Besatzungsmitglieder überlebten den Winter, bauten aus Wrackteilen einen kleinen Segler und reisten von der nur 200 Kilometer vor Kamtschatka gelegenen Insel nach Petropawlowsk zurück, wo Kapitän Tschirikow schon im Herbst 1741 angelangt war.

Vitus BERING war einer der größten Entdeckungsreisenden der Welt. Der Däne trug den Ehrennamen "Russlands Kolumbus". Was er wirklich in der Geschichte der geographischen Entdeckungen geleistet hatte, bestätigte sich erst Jahrzehnte nach seinem Tod, als ihm nachfolgende Entdecker die Richtigkeit seiner Entdeckungen und Aussagen bestätigen konnten.
Vitus Bering
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