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Dienstag, 22.01.2019, 08:02 Uhr
Nach der Landung auf dem Roten Planeten läuft bei der Marssonde "InSight " alles nach Plan: Die Sonnensegel wurden wie geplant aufgespannt und erste Fotos gesendet, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte.

Da Landemanöver auf dem Mars nur selten glücken, hatten die NASA-Mitarbeiter die Ankunft von "InSight" zuvor euphorisch gefeiert.

Die beiden runden Sonnensegel von "InSight" mit einem Durchmesser von etwa 2,20 Metern hätten bereits Sonnenlicht auf dem Mars aufgefangen, teilte die NASA mit. Bei klarer Luft können sie Energie für die Sonde im Umfang von 700 Watt erzeugen. "Das 'InSight'-Team kann sich heute Nacht etwas leichter ausruhen - jetzt, da wir wissen, dass die Sonnensegel ausgefahren sind und die Batterien wieder aufladen", erklärte "InSight"-Projektleiter Tom Hoffmann.

Wenige Stunden zuvor war die Sonde auf dem Mars aufgesetzt. "Landung bestätigt!" teilte die NASA aus ihrem Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena mit. Dort brach lautstarker Jubel aus, Wissenschaftler sprangen auf und umarmten sich.

Einige Minuten später schickte "InSight" bereits ein erstes Foto vom Roten Planeten. Das Bild war zwar stark verschwommen, das lag aber wohl an den bei der Landung aufgewirbelten Staubwolken. In den kommenden Tagen dürfte "InSight" damit beschäftigt sein, geeignete Stellen zu finden, um mit einem Roboterarm ihre Messgeräte zu platzieren.

NASA-Chef Jim Bridenstine schöpfte aus der erfolgreichen Landung offenbar Mut für künftige Marsmissionen: "Letztlich wird der Tag kommen, an dem wir Menschen auf dem Mars landen lassen", sagte er.

Ein Landemanöver auf dem Mars ist derart kompliziert, dass nur rund 40 Prozent der bisherigen Missionen zum äußersten der inneren Planeten unseres Sonnensystems erfolgreich waren. Daher hatte die NASA vor der "InSight"-Landung von den "sechseinhalb Minuten des Grauens" gesprochen. Der Landung war eine fast siebenmonatige Reise der Sonde durch den Weltraum vorausgegangen.

Mit einer Geschwindigkeit von 19.800 km/h trat sie in die Atmosphäre des Mars ein, die Temperatur ihres Hitzeschildes schnellte dabei auf 1.500 Grad Celsius hoch. Nachdem die Sonde dann den Schild abwarf, fuhren ihre drei Beine sowie ihr Fallschirm heraus, und sie schwebte sanft zur Marsoberfläche nieder.

Das Scheitern vieler Marslandungen hat vor allem mit der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten zu tun. Seine dünne Lufthülle bewirkt nämlich einerseits, dass Fallschirme nur eine begrenzte Bremswirkung entfalten. Andererseits ist die Marsatmosphäre aber dick genug, um einem Raumgerät beim Eintauchen gewaltig einzuheizen.

Europa hat zwar bisher keine eigene erfolgreiche Marslandung hinbekommen, ist aber mit diverser Hochtechnologie an der "InSight"-Mission beteiligt. Das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist an der Auswertung der Daten beteiligt. Zu den Experimentiergeräten an Bord der Landeplattform zählt eine in Deutschland gebaute Rammsonde, die auf der Marsoberfläche ein bis zu fünf Meter tiefes Loch hämmern soll. Auch ein französisches Seismometer ist an Bord.

Mit dem stationären geophysikalischen Observatorium "InSight" wollen die Wissenschaftler in den nächsten beiden Jahren erstmals das Innere des Mars und seinen Aufbau untersuchen. Dabei sollen mögliche Erschütterungen und Beben des Planeten gemessen werden. Die Forscher hoffen auf Erkenntnisse unter anderem darüber, wie der Mars vor Milliarden von Jahren entstand.

Quelle:
https://science.orf.at/stories/2949878/
(abgerufen am 28.11.2018)
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