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Eine neue europäische Plattform beobachtet die Folgen der Coronavirus-Krise von oben. Sie nutzt Satellitendaten, um Auswirkungen der Beschränkungen auf regionaler und globaler Ebene sowie Veränderungen nach den Lockerungen festzustellen.

Das "Rapid Action Coronavirus Earth" (RACE) genannte Instrument, das von der EU-Kommission und der Europäische Weltraumorganisation (ESA) initiiert wurde, überwacht insbesondere wichtige Umweltparameter, wie Veränderungen der Luft- und Wasserqualität, wirtschaftliche und menschliche Aktivitäten wie Industrie, Schifffahrt, Bauwesen, Verkehr sowie landwirtschaftliche Produktivität. Zur Auswertung der Daten der Sentinel-Satelliten des ESA-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus werden Künstliche Intelligenz (KI) und neuen Datenanalyseprogramme herangezogen.

"Die Daten aus dem Weltraum sind für die Unterstützung des Krisenmanagements während der Coronavirus-Pandemie von entscheidender Bedeutung", betont der aus Österreich stammende Direktor für den Bereich Erdbeobachtung bei der ESA, Josef Aschbacher unter Verweis auf die "Weltklasse-Kapazitäten" Europas im Bereich der Erdbeobachtung. Er hofft, dass das Programm auch nach der Pandemie weitergeht weltweit ausgebaut wird.

Laut dem EU-Kommissar für Binnenmarkt und Industrie, Thierry Breton soll das Werkzeug auch in anderen Bereichen, wie der Erreichung der Umweltziele eingesetzt werden. Für ihn ist es "ein echter Beweis für die Widerstandsfähigkeit Europas". "Selbst in den dunkelsten Zeiten finden die Europäer immer Lösungen für die schwierigsten Situationen", so Breton.

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie spielten der EU-Kommission zufolge Weltraumaktivitäten eine wichtige Rolle. So konnte mittels Satellitenbildern zum Beispiel ein starker Rückgang der Luftverschmutzung in großen Städten festgestellt werden. Auf der Race-Plattform lassen sich aber auch beispielsweise Aktivitäten während der Spargel-Erntezeit in bestimmten Regionen nachverfolgen. Im Vergleich mit früheren Daten können so Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beurteilt werden. Erdbeobachtung kann außerdem bei der Überwachung der Rohstoffmärkte helfen. So beobachten Sentinel-Satelliten zum Beispiel die Aktivitäten von Schiffen, die das Haupttransportmittel von Rohstoffen sind.

Quelle:
https://science.orf.at/stories/3200893/
(abgerufen am 05.06.2020)