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Den Bananenpflanzen wird es langsam zu heiß und zu trocken, wichtigen Anbauländern wie Indien und Brasilien drohen laut einer Modellrechnung deutliche Ernteeinbußen. Die gute Nachricht: Manche Regionen könnten vom Klimawandel auch profitieren.

In der historischen Statistik steht zunächst einmal ein großes Plus. Wie der britische Ökologe Daniel Bebber im Fachjournal "Nature Climate Change" schreibt, sind die weltweiten Bananenernten seit den 1960er Jahren durch die höheren Temperaturen deutlich gestiegen, im Schnitt legten die Erträge um 1,37 Tonnen pro Hektar zu. Bis 2050 könnten diese Zuwächse allerdings durch den fortschreitenden Klimawandel deutlich reduziert oder ganz geschwunden sein. Betroffen seien vor allem zehn Länder, neben Indien und Brasilien etwa auch Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Panama und die Philippinen - alles wichtige Anbaugebiete.

Bebber und seine Mitarbeiter hatten in ihre Modellrechnung Daten zum Anbau in 27 Ländern, Temperatur- und Niederschlagsbedingungen sowie die prognostizierte Klimaentwicklung in der jeweiligen Region einbezogen. Besonders große Verluste haben demnach Brasilien und Kolumbien zu befürchten. "Wir sind sehr besorgt über den Einfluss von Krankheiten wie der Fusariose auf die Bananen", sagt Bebber. Der Einfluss des Klimawandels sei in diesem Zusammenhang bisher weitgehend ignoriert worden.

Erst kürzlich hatte das kolumbianische Landwirtschaftsinstitut (ICA) berichtet, dass eine vor allem in Asien und Afrika auftretende Bananenkrankheit Plantagen des fünftgrößten Bananenexporteurs befallen hat. Betroffen sind demnach bisher Bananenstauden auf rund 175 Hektar im Department La Guajira im Nordosten des Landes. Insgesamt werden in Kolumbien auf rund 49.000 Hektar Bananen angebaut.

Bebber kommt in seiner Studie auch zu einem positiven Ergebnis. Honduras, Ecuador − weltgrößter Exporteur − sowie einige afrikanische Staaten dürfen in den nächsten Jahrzehnten sogar auf Erntezuwächse hoffen. "Es wird Gewinner und Verlierer geben", sagt Bebber. Letztere seien ihrem Schicksal gleichwohl nicht ausgeliefert. Mit Investitionen in Bewässerungsanlagen und andere Klimaanpassungen könnte man durchaus gegensteuern.

Quelle:
https://science.orf.at/stories/2990860/
(abgerufen am 03.09.2019)